Über das Schlesische Institut

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Das Staatliche Forschungsinstitut – Schlesisches Institut (Państwowy Instytut Naukowy, PIN – Instytut Śląski, IŚ) in Oppeln ist eine Nachfolgeinstitution der am 15. Dezember 1933 in Kattowitz ins Leben gerufenen wissenschaftlichen Gesellschaft unter der Bezeichnung Schlesisches Institut (Instytut Śląski). Das Institut wurde am 28. Februar 1934 feierlich eröffnet und nahm am 1. Mai 1934 seine Arbeit auf. Von Anbeginn an konzentrierte sich das Institut auf seine satzungsgemäßen Ziele, es organisierte Forschungsvorhaben und verbreitete die daraus hervorgehenden Forschungsergebnisse über die Vergangenheit und Gegenwart Schlesiens zu den weitläufigen Themenbereichen Geschichte, Kultur und Wirtschaft.

Erster Direktor des Instituts war Doz. Dr. Roman Lutman.

Erster Direktor des Instituts war Doz. Dr. Roman Lutman.

Nach der Befreiung von Kattowitz von der deutschen Besatzung, nahm das Institut seine Arbeit als wissenschaftliche Einrichtung wieder auf, um seinen satzungsgemäßen Zweck aus der Vorkriegszeit unter den Verhältnissen eines neuen politischen Systems in der Wojewodschaft Schlesien zu realisieren. Die Entwicklung der Kattowitzer Einrichtung wurde unterbrochen, zunächst durch die Einschränkungen der wissenschaftlichen Freiheiten, anschließend durch ihre Auflösung 1949, mitten in der Zeit des sich verschärfenden Stalinismus.

Das Schlesische Institut wurde am 9. Mai 1957 in Oppeln wiedergegründet. Entscheidenden Anteil daran hatte das Wojewodschaftspräsidium des Nationalrates in Oppeln. Im Unterschied zum Vorkriegsinstitut in Kattowitz, das sich hauptsächlich der Organisation wissenschaftlicher Forschungsvorhaben widmete, sollte das Oppelner Institut Forschungsarbeiten über Schlesien in Eigenregie durchführen. Im Jahr 1958 setzte die Realisierung des Forschungsprogrammes ein, zur gleichen Zeit begann das Institut mit der Veröffentlichung seines wissenschaftlichen Periodikums „Studia Śląskie” (Schlesische Studien), zu dessen Redakteur sein Initiator, Prof. Seweryn Wysłouch, ernannt wurde.

In der Anfangsphase übte das Institut die Funktion eines Organisators des wissenschaftlichen Lebens in der Region aus. Bahnbrechende Bedeutung für das Institut hatte die Schaffung eines Forschungsinstituts innerhalb der Gesellschaft des Schlesischen Instituts in Oppeln. Die neugeschaffene Einrichtung machte sich sogleich die rechtlichen Möglichkeiten eines staatlichen Forschungsinstituts zu Eigen.

Zu Jahresanfang 1991 wandelte der Oppelner Wojewode in Absprache mit dem Vorsitzenden Minister des Komitees für Wissenschaft und Forschung sowie dem Finanzminister das Schlesische Institut – Forschungsinstitut – in das Staatliche Forschungsinstitut – Schlesisches Institut in Oppeln (Państwowy Instytut Naukowy – Instytut Śląski w Opolu ) um.
Das Forschungsprofil der Einrichtung umfasst spezifische Fragenkomplexe zu Schlesien, die zugleich für den strukturellen Transformationsprozess und die staatliche Politik von wesentlicher Bedeutung sind. Dazu zählen die folgenden Problemfelder: (1) Politik- und Sozialgeschichte, Kultur und Sprache; (2) soziale, politische, wirtschaftliche, verwaltungsrechtliche und ökologische Bedingungen der regionalen Entwicklung; (3) Einfluss der Politik Deutschlands und der deutsch-polnischen Beziehungen auf gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Prozesse in Schlesien.

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Das Staatliche Forschungsinstitut – Schlesisches Institut in Oppeln als Nachfolger des Kattowitzer Schlesischen Instituts aus der Vorkriegszeit, bleibt auch weiterhin eine multidisziplinäre Forschungseinrichtung. Die inhaltlichen Forschungsbereiche des Instituts werden markiert von den historischen Fragen, die für den Oberlauf der Oder, insbesondere für das Oppelner Schlesien, als soziohistorisches und reales Grenzgebiet charakteristisch sind. Dieses ist für die Republik Polen unter den gegenwärtigen staatlichen strukturellen Transformationsprozessen sowie seiner Politik, die ein wichtiges Element für die weiteren Etappen der europäischen Integration darstellen, wesentlich.

(bearb. Prof. Dr. Michał Lis)